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GALABAU PRAXIS April 2015

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86 Fotos:Stephan

86 Fotos:Stephan Brenneisen Vollflächig kombiniert mit einer Dachbegrünung. Zur Vermeidung einer Beschattung der Solarzellen ist der Substratbereich vor der Panelkante auf 7 cm reduziert. Pflanzenentwicklung und Biodiversität auf Solar-Gründächern Veränderte Rahmenbedingungen nach Fukushima und die negative Auswirkung für Dachbegrünungen In den letzten Jahren haben sich „Schadensbilder“ gehäuft, welche aufzeigen sollen, dass die beiden ökologischen Nutzungen Dachbegrünung sowie Solarenergiegewinnung nicht kombinierbar sind. Die Folge solcher Bilder ist leider, dass in vielen aktuellen Bauprojekten der Solarenergienutzung der Vorrang gegeben und auf eine Dachbegrünung verzichtet wird. Der von Dachbegrünungsbefürwortern ins Feld geführte Vorteil des Kühleffektes und damit verbundene Ertragszuwachs an Solarenergie bei Kombilösungen wird mit dem vermeintlich unausweichlich anwachsenden Unterhaltsaufwand mehr als überdeckt. Das eigentlich nur schlechte Planung und kein „Naturgesetzt“ die Kombilösung in vielen Fällen zum Scheitern bringt, bleibt meist unentdeckt. Fukushima und die Folgen Nach der nuklearen Katastrophe von Fukushima haben sich die Rahmenbedingungen für die Nutzungskombination auf dem Dach „Solar und Grün“ stark verändert. Die in der Praxis weitgehend etablierte Lösung mit aufgeständerten Panelreihen wurde Zusehends verdrängt. Durch die erhöhte Produktion und Dank technischer Entwicklungen fielen die Preise für die Einrichtung von Photovoltaikanlagen deutlich. Früher machten die Solarpanele etwa 2 / 3 des Preises an den Einrichtungskosten einer Anlage, heute noch rund 1 / 3 aus. D. h., dass der Preis für die Ständerungen und Halterungen ins Zentrum rückt. Die Anlagekosten sinken deutlich, wenn die Panele praktisch ohne Ständerung auf die Dachflächen gestellt werden und mit „Spoilern“ versehene werden, um den

87 Fotos: AUE Basel Kein Platz für „grün“: Kostenminimierte Solaranlagen, bei denen unten sowie hinter den Panelreihen keine Vegetationstragschicht mehr eingerichtet wird. Winddruck zu reduzieren. Die früher stärker und im optimalen Einfallswinkel zur Sonne geneigten Solarzellen werden heute flächer geneigt, um mehr Panele auf die gleiche Fläche stellen zu können. Bei solchen Anlagen wird die Dachbegrünung oft komplett verdrängt. Unter dem Druck der „Energiewende“ herrscht bisweilen Hektik. Akzentuiert wird die Situation durch die fallenden Förderbeiträge. Solaranlagen werden aktuell möglichst billig. In vielen Fällen wurden bereits existierende Dachbegrünungen zu Gunsten von Photovoltaikanlagen entfernt. Nur schon geringe Mehrkosten für eine adäquate Neigung der Solarzellen und deren Ständerung (welche das Miteinander von Biodiversität und Solarenergienutzung ermöglichen würde) haben am Markt kaum Chancen akzeptiert zu werden, wenn die Behörden nicht insistieren und auf der an sich von Bauordnungen her vorgegebenen Dachbegrünung festhalten. Was ist bekannt? • Im Schatten und durch die deutlich feuchteren Standortbedingungen unter Solarpanelen können sich auch andere Pflanzen- und Tierarten etablieren, die sonst auf den extremen Trocken- standorten nicht überleben können. Ein „plus“ für die Biodiversität. • Bisherige Untersuchungen der Forschungsgruppe Dachbegrünung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW zur Biomassenentwicklung zeigen zudem, dass die Vegetationszone unmittelbar hinter den Panels kaum risikobehaftet ist, um eine Beschattung zu erzeugen. • Das Licht unter den Solarpanelen reicht in der Regel aus, dass auch in diesen dunkleren Zonen sich ein Bewuchs und damit verbunden auch ein Tierleben etablieren kann. Was kann die Forschung tun? Mit Vegetationsaufnahmen und ökofaunistischen Untersuchungen wird im Rahmen einer Langzeitstudie aufgezeigt, ob und allenfalls welche naturschutzrelevanten Arten begrünte Dachflächen mit Solaranlagen besiedeln können. Die Hypothese steht im Raum, die Beschattungswirkung von Solaranlagen ermöglicht es einem Spektrum von Arten Dachbegrünungen zu nutzen, die bisher wegen der extremen Trockenbedingungen nicht überleben konnten.

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